
Wer kratzt wen?
Beißen oder lieben? Eine prickelnde Vampir-Romanze in den 1920er Highlands
by Flex Barker
Ein Biss, der alles verändert. Fiona MacAlasdair, mutige Journalistin in den rauchigen 1920er Jahren Schottlands, trägt einen uralten Vampirfluch ihres Clans. Sie muss den Richtigen beißen, um ihre Unsterblichkeit zu brechen – sonst jagt sie ewig durch die Nacht. Auf der Flucht vor Vampirjägern und feindlichen Clans flieht sie in die nebligen Highlands. Dort kreuzt Lachlan Blackthorn ihren Weg: ein griesgrämiger Vampirjäger, der sie eigentlich erledigen sollte. Doch ein uralter Zauber bindet sie magisch aneinander. Ihr Biss könnte ihn retten oder töten. Zwischen frechen Neckereien auf heißen Ceilidhs, prickelnden Berührungen und dunklen Ritualen entflammt eine witzige Enemies-to-Lovers-Romanze. Mit der kecken Isla, dem brummigen Hamish, dem chaotischen Rory und der mystischen Druidin Eilidh enthüllen sie die Geheimnisse der Darkthorn-Archive. Der finstere Vampirfürst Morven Bloodraven will Fiona als Braut. In stürmischen Nächten, alten Ruinen und verborgenen Höhlen kämpfen sie um Freiheit, Liebe und ein Happy End. Lacht, liebt und beißt mit in diesem spritzigen Fantasy-RomCom voller Magie, Action und heißer Momente!
Der Fluch beißt zurück
In meiner kleinen Wohnung in Edinburgh roch es nach altem Papier, billigem Tee und einer heraufziehenden Katastrophe. Ich starrte in den beschlagenen Spiegel über dem Kamin und entblößte die Zähne. Da war es wieder: dieses verräterische Pochen im Zahnfleisch, ein dumpfer, rhythmischer Schmerz, der mir bis in die Schläfen zog. Meine Eckzähne fühlten sich spitz an, zu lang für meinen Mund, als wollten sie ausbrechen und sich ihren Weg durch die Zivilisation bahnen. Der Fluch meines Clans, der MacAlasdair-Vampirfluch, war kein höfliches Klopfen an der Tür mehr; er rammte die verdammte Angel auf.
Ich war achtundzwanzig Jahre alt, eine angesehene Journalistin mit einem Hang zu Tweedröcken und scharfzüngigen Glossen, doch in meinen Adern floss das Erbe einer dunklen Prophezeiung aus den Darkthorn-Archiven. Wenn ich nicht bald den Richtigen fand — und damit meinte ich den einen Mann, dessen Blut meinen Fluch binden oder brechen konnte —, würde ich als ewige Jägerin durch die Highlands streifen. Ein Leben als unsterbliches Monster klang in der Theorie vielleicht nach einem spannenden Artikel, aber in der Praxis bedeutete es den Verlust meiner Seele und, was fast noch schlimmer war, den Verzicht auf anständigen Whisky in einer gemütlichen Kneipe.
Ich stopfte meinen Koffer voll. Ein zweiter Tweedrock, drei Seidenblusen, meine Schreibmaschine und, ganz wichtig, eine Flasche besten Single Malt als Nervennahrung. Der Nachtzug in die Highlands war fast leer, das rhythmische Rattern der Schienen auf dem Weg nach Norden wirkte wie ein Schlaflied für das Tier in mir. Ich saß im Abteil und starrte hinaus in die Dunkelheit, während die Lichter der Zivilisation verblassten und dem dichten, schwarzen Nebel der Berge wichen.
Als der Zug schnaufend im kleinen Bahnhof nahe meines Heimatdorfes hielt, wartete dort bereits das Chaos in Person. Rory Glenfinnan lehnte an einem rostigen Automobil, seine Schiebermütze saß so schief auf dem Kopf, dass es an ein Wunder grenzte, dass sie nicht herunterfiel. Er fuchtelte wild mit einer leeren Pfeife herum, als er mich sah.
"Fiona! Bei allen Heiligen, du siehst aus, als hättest du eine Woche lang nur saure Milch getrunken," rief er und kam auf mich zu, um mir den Koffer abzunehmen. Er stolperte prompt über seine eigenen Füße, fing sich aber mit einem breiten Grinsen.
"Schön dich auch zu sehen, Rory. Und danke für das Kompliment. Das Pochen in meinem Kiefer ist momentan mein liebster Zeitvertreib," entgegnete ich trocken. Wir stiegen in seinen klapprigen Wagen, der mehr hustete als fuhr. Rory schwatzte ohne Pause über Schmuggelware und neue Motorenteile, während ich versuchte, den Hunger zu ignorieren, der wie ein heißes Eisen in meinem Magen brannte. Er war mein bester Freund, ein Gauner mit Herz, aber er hatte keine Ahnung, wie nah er gerade einer sehr hungrigen Vampirin saß.
Im Dorf MacAlasdair angekommen, war der erste Weg der zu Hamish Dunlochry. Die Schmiede war erfüllt von Hitze und dem Geruch nach Eisen. Hamish, ein Mann, der aussah, als bestünde er nur aus Bart und Muskeln, blickte von seinem Amboss auf. Sein trübes Auge fixierte mich, und er humpelte auf mich zu. Er legte eine schwere, rußige Hand auf meine Schulter.
"Du bist zurück, Mädchen. Die Schatten in deinen Augen sind länger geworden," brummte er. "Die Legenden sagen, dass die Zeit der Prüfung nah ist. Hüte dich, Fiona. Der Wald ist heute Nacht unruhig. Es gibt Dinge da draußen, die keine Freude an deiner Rückkehr haben."
Ich wollte gerade mit einem sarkastischen Spruch antworten, als mich ein plötzlicher Sog erfasste. Es war kein körperlicher Ruck, sondern ein magisches Ziehen, das tief in meinem Mark vibrierte. Ohne nachzudenken, drehte ich mich um und lief los, weg von der Schmiede, hinein in den kriechenden Nebel, der die Ruinen der alten Burg umhüllte. Ich hörte Hamishs Warnungen hinter mir verhallen, aber meine Füße gehorchten mir nicht mehr. Der Zauber war wie ein unsichtbares Seil, das mich direkt in das Herz der Dunkelheit zerrte.
Die Ruinen ragten wie schwarze Finger in den Nachthimmel. Dort, im Schatten eines zerfallenen Torbogens, stand er. Er war groß, breitschultrig und trug den Kilt mit einer Selbstverständlichkeit, die fast schon beleidigend war. Seine blauen Augen stachen durch die Dunkelheit wie geschliffener Saphir. Bevor ich auch nur "Guten Abend" sagen konnte, schoss er nach vorne. Seine Bewegungen waren so schnell, dass ich kaum blinzeln konnte. Ein starker Arm presste mich gegen das kalte Mauerwerk, während seine andere Hand ein spitzes Holzstück — einen Pfahl — direkt an meine Kehle hielt.
"Hab ich dich, du verdammtes Blutweib," grollte er mit einer Stimme, die wie rollender Donner in den Highlands klang. "Ich hätte wissen müssen, dass die MacAlasdairs ihre Brut wieder ausspeien."
Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, aber mein Mund war, wie immer, schneller als mein Verstand. Ich sah ihn direkt an, die Nasenspitzen fast aneinander. "Ach, was für ein charmanter Empfang. Ist das die neue Art, wie man in den Highlands Damen begrüßt? Beiß mich doch zuerst, du Kilt-Träger, bevor du mich hier wie einen Braten aufspießt!"
In diesem Moment geschah es. Ein gleißender Blitz zuckte aus dem wolkenverhangenen Himmel herab und schlug in den Boden direkt neben uns ein. Die Luft roch nach Ozon und verbrannter Erde. Ein gewaltiger magischer Schlag schleuderte uns beide ein Stück zurück, aber wir wurden nicht getrennt. Im Gegenteil. Als sich der Staub legte, sah ich mit Entsetzen, dass ein bläulich schimmerndes Band aus Licht meine Handgelenke mit seinen umschlang. Ein uralter Bindungszauber hatte uns aneinandergekettet.
Lachlan Blackthorn — denn wer sonst sollte dieser grimmige Jäger sein — starrte auf das Band und dann auf mich. Sein Blick fiel auf das Mal an meinem Hals, das ich so sorgfältig unter meinem Kragen verborgen hatte. Er fluchte leise auf Gälisch. "Das kann nicht wahr sein. Du?"
Der Hunger in mir erreichte seinen Siedepunkt. Mein Körper agierte aus reinem Instinkt. Bevor er mich wieder wegstoßen konnte, packte ich seinen Arm und grub meine Zähne in sein Fleisch. Es war kein tiefer Biss, nur ein kurzes Testen, aber die Wirkung war berauschend. Sein Blut schmeckte nicht nach Metall oder Tod; es schmeckte nach Freiheit, nach Highland-Regen und wildem Honig. Es war das Köstlichste, was ich je probiert hatte.
Er stieß einen unterdrückten Schrei aus und riss seinen Arm weg, doch die magische Fessel hielt uns gnadenlos zusammen. Er starrte mich an, eine Mischung aus Zorn und reinem Entsetzen in seinem Gesicht. "Was hast du getan, Hexe?"
"Ich habe nur probiert, ob du so zäh schmeckst, wie du aussiehst," erwiderte ich, obwohl meine Knie zitterten. Das Pochen in meinem Kiefer war verschwunden, ersetzt durch ein angenehmes Kribbeln. Doch die Ruhe hielt nicht lange an. In der Ferne hörten wir das Bellen von Hunden und das Rufen von Männerstimmen. Jägerclans. Und sie waren nicht hier, um uns zum Tee einzuladen.
"Wir müssen hier weg," zischte Lachlan. Er packte meine Hand — diesmal ohne Pfahl — und zerrte mich mit sich. Wir stolperten durch das Unterholz, behindert durch den Zauber, der uns wie eine unsichtbare Handschelle zusammenhielt. Plötzlich tauchte ein Lichtkegel im Nebel auf. Es war Hamish mit seinem alten Karren.
"Springt auf, ihr Narren!" rief der Schmied. Wir warfen uns auf die Ladefläche zwischen Heuballen und rostige Hufeisen. Während der Karren über die holprigen Wege davonrumpelte, saßen wir uns gegenüber, die Handgelenke immer noch magisch verbunden. Lachlan sah mich an, als wäre ich das Letzte, was er auf dieser Welt sehen wollte, und ich wusste genau, was er dachte.
Ich lehnte mich gegen die Bordwand des Karrens und beobachtete, wie die Ruinen in der Ferne verschwanden. Mein Magen war voll, mein Fluch vorerst besänftigt, aber ich war an einen Mann gefesselt, der mich eigentlich umbringen wollte. "Das wird verdammt kompliziert," murmelte ich leise vor mich hin. Lachlan antwortete nicht, aber sein Griff um mein Handgelenk wurde eine Spur fester.
Nebel und Neckereien
Der Karren von Hamish rumpelte über den unebenen Pfad, als wolle er uns absichtlich die Wirbelsäulen neu sortieren. Das Metallband aus reinem Zauberlicht, das mein Handgelenk mit dem von Lachlan Blackthorn verband, pulsierte in einem sanften, hämischen Blau. Jedes Mal, wenn er versuchte, sich ein Stück von mir wegzurücken, flammte der Schmerz in me…